Chronik

Aus der Vereinsgeschichte
( der Vereinschronik entnommen )

Die Gründung fand am 26. Mai 1908 im Gasthaus „Zur Bierquelle“ statt. Sie ist dem damaligen Obmann der Metallarbeiter-Gewerkschaft im Alpine Werk Neuberg, Herrn Albrecht Spielbichler und dem Platzmeister des Neuberger Magnesitwerkes, Herrn Hermann Pretterhofer, zu verdanken.

1908

Bei der Gründungsversammlung waren 32 Sänger anwesend und diese wählten den Vereinsausschuss:
Obmann: Hermann Pretterhofer
Obmann- Stellvertreter:  Albrecht Spielbichler 
Chormeister : Otto Corany
Schriftführer:  Josef Scheifinger 
Kassier:  Josef Sauer 
Beiräte : Konrad Henn, Konrad Magritzer, Anton Meierhofer, Leopold Steiner 

Unter der Leitung des Chormeisters Otto Corany gelangte der Verein schnell zu einem sehr erfolgreichen Wirken, das weitere gute Sänger bewog, der “Maienzeit” beizutreten. Schon im Oktober 1908 zählte der Chor 46 Sänger. Durch die Mitwirkung bei Festen der Arbeiter und bei Veranstaltungen der sozialdemokratischen Partei fand der Chor eine dankbare Aufgabe und sie spornte zu reger Probentätigkeit an.

Im Jahre 1912 war der Arbeiter-Sängerbund “Maienzeit” als Kulturverein von festlichen Veranstaltungen im Ort und als Mittelpunkt des geselligen Lebens nicht mehr wegzudenken.

1913 fand für den nach Wien versetzten Chormeister Otto Corany eine würdige Abschiedsfeier statt und Josef Schneßl übernahm den Chor. Ihm gelang es, das Leistungsniveau noch weiter anzuheben.

Bis 1933 war der Verein außerordentlich aktiv. Die alljährlichen Liedertafeln zu Ostern und Weihnachten waren für die Bevölkerung beliebte Veranstaltungen und als solche sehr gut besucht. Zahlreiche andere Anlässe für öffentliches erfolgreiches Auftreten und die alljährlichen durchgeführten Sängerfahrten in viele Orte Österreichs stärkten die freundschaftliche Bindung der Sangesbrüder zueinander.

Von 1934 bis 1938 durfte der Chor nicht mehr als ASB “Maienzeit” auftreten. Die österreichische Regierung gestattete unseren Sängern die Fortsetzung der Vereinstätigkeit nur als “Gesangs-Chor Maienzeit”, der als Sektion dem “Gesang- und Musikbund Österreich” angehören musste. Jeder Sänger musste das Bundesabzeichen des österreichischen Gesang- und Musikbundes tragen – dies war Pflicht – und durfte sich nicht politisch äußern, da dies den zwangsweisen Ausschluss zur Folge hatte. Dadurch fühlten sich die Arbeiter – Sänger nur noch stärker miteinander verbunden und arbeiteten in der Zeit der Scheindemokratie für eine Entwicklung zur echten Demokratie.

Die drückende Not in den Jahren 1934 – 1945 führte viele Sozialdemokraten in die nationalsozialistische Bewegung, denn die österreichische Regierung von 1934 – 1938 gab den rund 600.000 Arbeitslosen und Ausgesteuerten keine Veranlassung, patriotisch zu denken und auf Österreichs Regierung und Wirtschaft stolz zu sein.

In der NS-Zeit von 1938 – 1945 waren die Sänger des ASB „Maienzeit“ teilweise beim deutschnationalen Männergesangsverein, der auch das Inventar der „Maienzeit“ verwendete.

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg erlaubte endlich wieder die freie Entfaltung des ASB „Maienzeit“. Eine außerordentlich rege und erfolgreiche Tätigkeit entwickelte sich. Die Anzahl der öffentlichen Veranstaltungen und Mitwirkungen bei den verschiedensten Anlässen unter der umsichtigen Führung der Obmänner Johann Schöggl und Karl Pollross und unter der Chorleitung des allseits beliebten Chormeisters Martin Holzer stieg von Jahr zu Jahr.

Freilich konnten diese Erfolge nur durch die große Opferbereitschaft einzelner Mitglieder erreicht werden. So soll an dieser Stelle in Erinnerung gebracht werden, das Chormeister Martin Holzer viele Jahre hindurch im Winter und Sommer jeden Freitag als Hüttenwirt von der Hinteralm nach Neuberg kam, um die Proben zu leiten. Anschließend musste er in der Nacht wieder zur Hütte aufsteigen, da zu seiner Zeit am Wochenende auf der Hinteralm noch hunderte Schifahrer zu versorgen waren.

Hier sei aber auch der große Idealismus der Sänger Karl Steindl aus Hönigsberg, Roman Schneßl aus Mürzzuschlag und Hans Tschach aus Altenberg erwähnt, die viele Jahre pünktlich zur Probe kamen.

Von 1919 bis 1946 trat die „Maienzeit“ bei allen Veranstaltungen als reiner Männerchor auf. Das Protokollbuch enthält auch keinerlei Hinweise auf die Anwesenheit von Sängerinnen bei Ausschusssitzungen und bei Jahreshauptversammlungen.

Am 24.11.1946 traten 11 Frauen dem Verein bei. Sie probten unter der Leitung von Herrn Rudolf Meier, Erna Schöggl und Frau Bader, vorwiegend als Frauenchor und wirkten in den Jahren von 1947 bis 1948  bei verschiedenen Veranstaltungen mit.

Frauenchor

In den folgenden Jahren fanden annähernd gleich viele Proben mit dem Frauen- und Männerchor statt. Da Chorleiter Martin Holzer zeitmäßig nicht in der Lage war, auch den Frauenchor zu leiten wurde dieser mangels einer Chorleiterin im Jahr 1958 aufgelassen.

1963

Der lang ersehnte Wunsch der Sänger nach einem eigenen Probenraum wurde durch die Idee und anerkennenswerte Vorarbeit des Sangesrates Friedl Veitschegger sowie durch die großartige unentgeltliche Arbeitsleistung aller Sänger bei der Holzschlägerungsaktion verwirklicht. Mit dem Verkaufserlös des von den Bauern und Waldbesitzern gespendeten und von den Sängern geschlägerten Holzes konnte das Probenlokal im Gasthof Martin Holzer ausgebaut, eingerichtet und mit der Jahreshauptversammlung am 27. Jänner 1963 in Verwendung genommen werden.Im gleichen Jahr trat die Maienzeit erstmals in gleicher Tracht auf. Dieser Umstand hatte eine weitere Imagesteigerung bei der Bevölkerung zur Folge.

1965 wurden die ersten Tonträger „Schönes Mürztal“ „Schönes Mürztal 2“ und mit „Fritz Edtmeier (Kennst di aus) im Gmoastüberl“ bei der Firma Polydor in Wien aufgenommen. So war das Jahr 1965 im gesanglichen Bereich ein ganz besonderes in der erfolgreichen Geschichte der „Maienzeit“.

1968 wurde das 60-jährige Bestehen mit einem Festkonzert im Saale des Gasthofs Holzer-Obrist gefeiert. Auch eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Auftritten mit dem Doppelquartett ist in diesem Jahr festzustellen.

Im Jahr 1975 war die „Maienzeit“ beim „Holstein-Chor in Neumünster zu Gast. Bei diesem Sängerausflug gab es sehr viele Mitwirkungen die vom Festkonzert bis zum großen Abschlussfrühschoppen reichten.

1978 fand im Saale des Hotels Post das Festkonzert anlässlich  des Jubiläums 70 Jahre ASB „Maienzeit“ unter dem Motto „Die Gastvereine des Mürztales singen für Neuberg“ statt. Es wirkten die Vereine AGV Mürztalchor Kindberg, AGV Vorwärts Wartberg, AGV Gück auf Veitsch, AGV Jakob Schmölzerchor Mitterdorf, Chorvereinigung Hönigsberg, Singkreis Liederkranz Mürzzuschlag und die Trachtenkapelle Neuberg mit.

 1981

Vom 24. bis 26. April 1981 unternahmen 5 Sänger der Maienzeit mit der Gemeindevertretung und Funktionären der Freiwilligen Feuerwehr Neuberg einen Besuch in der gleichnamigen Gemeinde Neuberg in Hessen. Bei diesem Besuch wurde der Grundstein für eine Einladung des Doppelquartettes nach Neuberg in Hessen gelegt. Den schon im nächsten Jahr reiste das Doppelquartett nach Neuberg in Hessen und dieser Besuch war ein großer Erfolg. Ab diesem Zeitpunkt wurden bis heute andauernde Freundschaften geschlossen.

Bei der Jahreshauptversammlung am 15. Februar 1986 wurde der scheidende Obmann Karl Pollross zum Ehrenobmann ernannt und Paul Holzer wurde neuer Obmann.

1988 war ein außerordentliches für die „Maienzeit“, denn in diesem Jahr feierte der Verein sein 80-jähriges Bestehen. Das große Festkonzert zu diesem Anlass fand am 13. Mai 1988 im Dormitorium des Stiftes Neuberg statt. Bei diesem Festkonzert wirkten die Sängervereinigung Ravolzhausen (BRD), der Kreisjugendchor Hanau (BRD) und das Bläserquintett Mürzsteg mit.

Bei der Jahreshauptversammlung am 16. Februar 1990 legte der langjährige Chorleiter Martin Holzer nach 41-jähriger Tätigkeit sein Amt zurück. Die Sänger bedankten sich bei Martin Holzer in Anerkennung seiner Leistung mit einem Ölgemälde des Neuberger Künstlers Herbert Schliefsteiner. Als neue Chorleiterin wurde Frau Hannelore Zebrakovsky gewonnen, die Martin Holzers würdige Nachfolge antrat.

Die erste Probe unter der neuen Chorleiterin fand am 1. September 1989 statt. Der  erste Liederabend unter ihrer Leitung am 20. Oktober 1990. Auch unter der neuen Chorleiterin konnte die „Maienzeit“ ihren erfolgreichen Kurs fortsetzen. Unter der Leitung von Hannelore Zebrakovsky wurden insgesamt drei CDs aufgenommen.

Am 8. April 1994 legte nach 8 jähriger Tätigkeit Paul Holzer seine Obmannstelle zurück und zum neuen Obmann wurde Martin Veitschegger gewählt der dieses Amt bis zum heutigen Zeitpunkt gewissenhaft und mit großer Umsicht führt.

Das Festkonzert anlässlich 90 Jahre ASB „Maienzeit“ fand am 24. Oktober 1998 statt und als Gast-Chor konnte der Volkschor Rüdigheim (BRD) gewonnen werden.

Im Jahre 2001 war der Volkschor Rüdigheim in der Zeit von 13. bis 18. Juni bei uns auf Besuch.

Die letzten Jahre waren hauptsächlich durch die qualitätsmäßig hervorragenden Liederabende geprägt und der Durchschnittsbesuch von ca. 450 Personen pro Veranstaltung zeigt wie sehr diese Liederabende in der Bevölkerung von Neuberg und Umgebung angenommen werden.

Erfreulich ist auch die hervorragende gesangliche Leistung vom  Quartett der „Maienzeit“ und die damit in ihrer Zahl erheblich gestiegenen Auftritte. So wirkten sie erfolgreich im Jahre 2007 bei einer Veranstaltung des Volkschor Rüdigheim in Neuberg in Hessen mit.

Ein wesentlicher Punkt ist aber natürlich die ehrenamtliche, aufopferungsvolle Tätigkeit unserer Chorleiterin Hannelore Zebrakovsky, die nach der Übernahme von Martin Holzer den Chor zu weiteren Höhepunkten führte. Nicht allein wegen ihrer Aussprüche bei diversen Jahreshauptversammlungen wie ….. “nur mit Euch geht`s” …..”ihr eben ein guter Haufen seid” und “…wenn ihr nicht zur Probe kommen wollt, denkt an den Einsatz von Maxi”, sondern vor allem auf Grund der Kameradschaft und des hohen gesanglichen Niveaus.

So feierte der ASB „Maienzeit“ in der Zeit von 10. bis 12. Mai 2008 sein 100-jähriges Bestehen mit  einem Festkonzert, am Samstag den 10. Mai 2008, und einem Bezirkssingen am Sonntag, den 11. Mai 2008 im Dormitorium des Stiftes Neuberg an der Mürz.